Rede zur Übergabe der Partnerschaft Bergen-Belsen

Sehr geehrter Herr Schulleiter Langer,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrter Herr Professor Wernstedt,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
vor allem aber: liebe Schülerinnen und Schüler,

ich möchte mich heute vor allem an Sie wenden – an die Schülerinnen und Schüler.

Denn diese Gedenkstunde ist zwar feierlich, sie ist offiziell, sie hat ein Programm. Aber ihr Kern sind Sie. Ohne Sie gäbe es diesen Staffelstab nicht. Und ohne Sie würde diese Partnerschaft nicht weiterleben.

Der 10. Jahrgang gibt heute die Verantwortung weiter an den 9. Jahrgang. Das ist mehr als ein organisatorischer Wechsel. Es ist ein bewusstes Zeichen: Erinnerung ist nichts Abgeschlossenes. Sie ist eine Aufgabe, die weitergegeben wird – und die jede Generation neu annehmen muss.

Viele von Ihnen waren in Bergen-Belsen. Sie haben gesehen, gelesen und gehört, was dort geschehen ist. Das ist kein leichter Ort. Niemand kommt von dort unverändert zurück. Und ich glaube, genau das ist der Punkt.

Erinnerung soll und kann nicht bequem sein. Sie soll etwas auslösen. Fragen. Zweifel. Auch Unsicherheit. Vielleicht sogar Wut oder Traurigkeit. All das ist normal – und richtig. Entscheidend ist nur, was man daraus macht.

Denn die Geschichte endet nicht 1945. Sie stellt uns bis heute Fragen:
Wie gehen wir mit Ausgrenzung um?
Wie reagieren wir, wenn Menschen abgewertet werden?
Wann widersprechen wir – und wann schweigen wir, obwohl wir merken, dass es in unserem Land wieder mehr Extremismus gibt und Grenzen verschoben werden?

Diese Fragen sind nicht abstrakt. Sie tauchen im Alltag auf. Auf dem Schulhof. In Chats. In Kommentaren. In Sprüchen, die „nur Spaß“ sein sollen. In Momenten, in denen man merkt: Das fühlt sich nicht richtig an – aber es wäre einfacher, nichts zu sagen.

Und genau da kommt es auf Sie an. Nicht darauf, immer sofort die perfekten Worte zu haben. Nicht darauf, alles besser zu wissen. Sondern auf diese kleinen Entscheidungen im Alltag:
Lasse ich einen Spruch laufen, der andere herabsetzt? Oder sage ich: „Stopp, das geht zu weit“?
Teile ich ein Video weiter, das Menschen verächtlich macht, weil es Aufmerksamkeit bringt? Oder lasse ich es bewusst liegen?
Gehe ich weiter, wenn jemand allein dasteht – oder stelle ich mich dazu?

Viele denken: „Was soll ich schon ausrichten?“ Aber genau so beginnt es. Im Kleinen. Dort, wo Sprache verroht. Wo man sich an Abwertung gewöhnt. Wo Grenzen immer weiter verschoben werden – oft, ohne dass man es sofort merkt.

Deshalb ist Erinnerung nicht nur Rückblick. Erinnerung ist auch Training für die Gegenwart. Sie schärft den Blick. Sie hilft, Dinge einzuordnen. Und sie macht mutiger, Verantwortung zu übernehmen.

Demokratie lebt genau von diesen Momenten. Sie lebt davon, dass Menschen nicht wegsehen. Dass sie Haltung zeigen. Nicht laut, nicht perfekt – aber klar.

Und deshalb ist das, was Sie hier als Schule tun, so wichtig. Sie beschäftigen sich nicht nur mit Vergangenheit. Sie setzen ein Zeichen für die Gegenwart. Gegen Radikalisierung und gegen Menschenfeindlichkeit – egal aus welcher Richtung. Und für etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte: Respekt, Würde und Menschlichkeit.

An den 10. Jahrgang möchte ich sagen: Sie haben diese Partnerschaft getragen. Sie haben Arbeit investiert, Zeit, Gedanken und Emotionen. Darauf können Sie stolz sein.

Und an den 9. Jahrgang: Sie übernehmen heute den Staffelstab. Nicht, weil Sie müssen – sondern weil Ihnen etwas anvertraut wird. Machen Sie daraus Ihr eigenes Projekt. Stellen Sie Ihre Fragen. Finden Sie Ihre Sprache. Und behalten Sie sich eines: Diese Auseinandersetzung endet nicht mit einem Besuch oder einer Präsentation. Sie wirkt weiter – im Alltag.

Ich danke allen, die diese Gedenkstunde möglich machen: den Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften und allen Partnern außerhalb der Schule. Und ich wünsche den folgenden Beiträgen vor allem eines: Aufmerksamkeit. Offenheit. Und den Mut, genau hinzuhören.

Vielen Dank.

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